CHRONOGRAPH

Ein Chronograph (griech. Zeitschreiber) ermöglicht es, die Dauer eines Ereignisses zu messen. Dazu lässt sich ein sinnvollerweise großer Sekundenzeiger mittels eines Drückers starten und wieder anhalten. Mit einem weiteren Druckknopf wird der Zeiger wieder in die Ausgangsposition zurückgestellt. Je nach Modell geben zusätzliche Zählzeiger die seit dem Start verstrichenen vollen Minuten und Stunden an.

Bei einer nur für diesen Zweck konstruierten Uhr wird dabei durch Blockieren der Hemmung das Uhrwerk angehalten bzw. freigegeben. Das kann beispielsweise dadurch erfolgen, dass ein Stift gegen den Umfang des Unruhreifs gelegt wird. Beim Starvorgang wird der Stift in tangentialer Richtung abgehoben, um der Unruh einen Impuls zu versetzen. Somit kann die Uhr anlaufen, selbst wenn die Hemmung zufällig in neutraler Position steht.

Eine Uhr, die zusätzlich zur Anzeige der laufenden Zeit mit einer Start-Stopp-Funktion ausgestattet ist, verfügt über eine Kadratur. Diese ermöglicht es die Dauer eines Ereignisses zu messen, ohne die laufende Zeitanzeige zu stören. Dazu wird ein großer Sekundenzeiger, unabhängig vom eigentlichen Uhrwerk, gestartet, gestoppt und wieder in seine Ausgangslage zurückgestellt.

Funktionsweise:

Auf dem verlängerten Wellenzapfen des Sekundenrades sitzt das Mitnehmerrad, das in dauerndem Eingriff mit dem Kupplungsrad steht. Dieses ist auf einem beweglichen Hebel gelagert. Über das durch den Drücker um einen Sperrradzahn weitergedrehte Schaltrad, verändert der Kupplungsradhebel seine Position so, dass das Kupplungsrad nun auch in das Chronographenrad eingreift und den Stoppsekundenzeiger anlaufen lässt. Ein weiterer vom Schaltrad gesteuerter Hebel trägt das Wechselrad, das nun vom Mitnehmerfinger des Chronographenrades jeweils nach einer Minute um einen Zahn weitergedreht wird. Das Wechselrad bewegt ein zusätzliches Rad, auf dem der Minutenzähler montiert ist. Ein möglicher Stundenzähler funktioniert in analoger Weise. Erneutes Drücken dreht das Schaltrad und die Hebel werden in die Ausgangslage geschoben. Das Kupplungsrad verliert den Eingriff zum Chronographenrad. Das Wechselrad wird vom Mitnehmerfinger nicht mehr erreicht. Das Chronographen-, das Wechsel- und das Minutenzählerrad stehen still. Eine weitere Betätigung des Schaltrades sorgt dafür, dass der Nullstellhebel auf die Herzscheiben der Sekundenzeigerwelle und der Minutenzeigerwelle drückt. Durch die Form der Herzscheiben werden der Sekunden- und der Minutenzeiger wieder in deren Nullposition rückgestellt.

Siehe auch unter CHRONOGRAPHEN ENTWICKLUNGKADRATUR bzw. RÄDERWERK.

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