FINISSAGE

Die Nach- oder Feinbearbeitung eines Uhrwerks wird Finissage (Finissierung) genannt. Sie ist ein abschließender Veredlungsprozess. Neben der technischen Verfeinerung durch den Einbau von Zusatzfunktionen ist auch die Feinbearbeitung von Uhrwerksbauteilen durch einen Finisseur ein Qualitätsmerkmal eines Uhrwerks.

Bei der Finissage handelt es sich in erster Linie um eine Oberflächenbearbeitung der Werkbestandteile (Platine, Brücken, Kloben, etc.) mittels besonderer Schlifftechniken, um Zierschliffe anzubringen. Zu diesen zählen „Genfer Streifen“ (auch „Glashütter Streifen“ oder „Glashütter Bandschliff“ genannt), „Perlage“ (auch „Perlschliff“ oder „Perlierung“), „Glashütter Sonnenschliff“, „Kreisschliff“ oder „Strichschliff“. In zweiter Linie handelt es sich um Gravurtechniken (z. B. Guillochierungen) sowie um das Brechen der Kanten von Bauteilen (Anglierung). Darüber hinaus werden Uhrwerke bzw. deren Bauteile auch vergoldet, rhodiniert, poliert oder brüniert. Häufig werden Schrauben aus gebläutem Stahl verwendet oder Lagersteine in verschraubten Goldfassungen (Chatons) verankert. Schließlich werden Uhrwerke auch skelettiert. Dabei werden Platine, Brücken, Kloben und manchmal auch das Federhaus so weit ausgesägt bzw. ausgefräst, also reduziert, dass Aussparungen entstehen und nur schmale Stege verbleiben. Dadurch sind die einzelnen Bauteile des Werks und ihr Zusammenspiel gut sichtbar.

Siehe auch unter SKELETTUHR; GENFER STREIFEN; PERLAGE; GLASHÜTTER SONNENSCHLIFF; GUILLOCHIERUNG, ANGLIERUNG bzw. CHATON