KOMMAHEMMUNG

Die Kommahemmung, erfunden um 1750 von Jean Antoine Lépine (1720-1814), ist eine ruhende Hemmung und eine Abwandlung der Zylinderhemmung. Wie bei dieser, erfüllt auch bei der Kommahemmung der Zylinder der Unruhwelle die Aufgaben, die bei der Schweizer Ankerhemmung von Anker und Hebelstein wahrgenommen werden. Jedoch ragt bei der Kommahemmung seitlich ein kommaförmiger Impulshebel aus dem Zylinder, der diesem Hemmungssystem seinen Namen gegeben hat.

Beschreibung:

Der Zylinder ist Teil der Unruhwelle und seitlich offen, sodass eine stehende Zylinderwand, etwas größer als ein Halbkreis, mit den Zähnen des Gangrades zusammenwirken kann. Die Hebefläche liegt auf der Innenseite des Kommas. Die Radzähne stehen senkrecht zur Radebene.

Funktionsweise:

Ein vertikaler Radzahn trifft mit seiner Spitze links auf der Außenseite des Zylinders auf. Die Unruhe schwingt nach rechts und mit ihr dreht sich die Zylinderwand bis deren eine Kante (Eingangslippe) den Radzahn in den Zylinder lässt. Das Rad dreht sich bis der Zahn auf der Innenseite des Zylinders auftrifft. Der Zahn ruht nun an der inneren Zylinderwand. Die Unruhe schwingt den Ergänzungsbogen nach rechts weiter bis zum Umkehrpunkt, wobei der Zahn entlang der inneren Zylinderwand reibt. Nun schwingt die Unruh nach links, bis die andere Zylinderkante (Ausgangslippe) den Radzahn aus dem Zylinder heraus und über die Kommainnenseite, die Hebefläche, gleiten lässt. Das sich erneut drehende Rad erteilt dem Komma und damit auch dem Zylinder und der Unruh einen Impuls. Das Rad kommt abermals zum Stillstand, sobald der nächste Zahn auf der Außenseite des Zylinders auftrifft. Die Unruh schwingt, durch den Impuls gestärkt, nach links fort bis zum Umkehrpunkt, der Zahn reibt dabei entlang der äußeren Zylinderwand, und der gesamt Vorgang wiederholt sich von neuem.

Siehe auch unter ZYLINDERHEMMUNG, SCHWEIZER ANKERHEMMUNG bzw. LÉPINE, JEAN ANTOINE