GLAS

Das Uhrglas schützt die Zeiger, das Zifferblatt und das darunter liegende Werk vor schädlichen Einflüssen, wie zum Beispiel Staub oder Feuchtigkeit. Je nach Bauart und Einsatzzweck der Armbanduhr, wird eine der drei folgenden Glasarten verwendet:

Plexiglas (Kunststoffglas): Diese Glasart ist auch unter den Handelsnamen Hesalit- bzw. Acrylglas bekannt. Diese Gläser sind bis zu einem gewissen Grad elastisch und brechen daher nicht so leicht. Sie lassen sich leicht in den Glasreifen einpressen. Da das Material in geringem Maß osmotisch ist, werden für wasserdichte Uhren dicke und darüber hinaus armierte Plexigläser – ein Metallring verstärkt den Glasrand – verwendet. Die Armierung erhöht die Spannung und sorgt für einen dichten Sitz. Kunststoffgläser können stark gewölbt sein, wodurch die Bauhöhe von Uhrgehäusen gering gehalten werden kann. Jedoch werden Plexigläser leicht zerkratzt, lassen sich aber einfach wieder polieren. Sie unterliegen darüber hinaus einer Alterung, erkennbar an winzigen Sprüngen. Ein solcherart „vereistes“ Glas ist funktionsuntüchtig. Kunststoffgläser können mit der Zeit auch vergilben.

Mineralglas (gehärtet): Diese Hartgläser sind sehr widerstandsfähig, nicht osmotisch, vergilben nicht und werden nicht so leicht zerkratzt. Sie können jedoch kaum poliert werden. Gehärtete Mineralgläser müssen mit einer Dichtung in den Glasreifen gepresst werden. Beim Bruch eines Hartglases besteht die Möglichkeit, dass sehr feine Splitter entstehen, die in das Uhrwerk gelangen können.

Saphirgläser: Diese Gläser sind ebenso nicht osmotisch und vergilben auch nicht. Sie bestehen aus synthetisch hergestelltem Korund und besitzen die Mohshärte 9. Saphirgläser werden als kratzfest bezeichnet, weil sie tatsächlich nur von Diamanten, verschiedenen Schleifkörpern oder beispielsweise Wolframkarbid zerkratzt werden können. Auch Beton kann einem Saphirglas gefährlich werden. Saphirgläser brechen trotz ihrer großen Härte in der Regel nicht leichter als gehärtete Mineralgläser. Jedoch sollte mit sehr spitzen Gegenständen kein Druck auf das Glas ausgeübt werden. Auf Grund der starken Lichtbrechung des Materials ist häufig eine Entspiegelung durch Aufdampfen einer chemischen Schicht notwendig. Diese Schicht ist aber meistens nicht so widerstandsfähig wie das Glas selbst. Daher wird manchmal bloß eine Teilentspiegelung vorgenommen, indem nur die dem Zifferblatt zugewandte Glasseite entspiegelt wird. Auch Saphirgläser sitzen mit einer Dichtung im Glasreifen.