WASSERDICHT

Für den Gebrauch einer Armbanduhr ist es wichtig zu wissen, ob bzw. inwieweit diese wasserdicht ist. In diesem Zusammenhang wurden und werden häufig missverständliche Begriffe, wie zum Beispiel wassergeschützt, water-resistant oder water-proof, verwendet. Beim Uhrenkauf ist jedoch der Umstand, ob die betreffende Uhr den Erwartungen des Käufers hinsichtlich Wasserdichtigkeit entspricht, für diesen ein wichtiges Entscheidungskriterium. Die folgenden Ausführungen erläutern daher, was unter welcher Bezeichnung zu verstehen ist bzw. worauf zu achten ist.

Eine umgangssprachlich als wasserdicht bezeichnete Armbanduhr ist nie absolut dicht. Liegt sie lange im Wasser oder ist sie hohem Druck ausgesetzt, kann fraglos Wasser in die Uhr eindringen. Denn in einem Prüfverfahren wird lediglich festgestellt, ob die Menge des in die Uhr eindringenden Wassers unter bestimmten Prüfbedingungen unterhalb eines festgelegten Wertes liegt. Solche Uhren sind eigentlich bloß spritzwassergeschützt. Sie können im Regen getragen werden und überstehen ein paar Sekunden in einer Wasserlacke. Nach DIN 8310 gilt eine Uhr als „wasserdicht“, wenn sie die in dieser Norm festgelegte drucktechnische Prüfung besteht. Hierbei wird Druck, einer Wassersäule von einem Meter Höhe entsprechend, für 30 Minuten auf die Uhr ausgeübt. Zusätzlich wird die Uhr für die Dauer von 90 Sekunden jenem Druck, der einer Wassersäule von 20 Metern Höhe gleichkommt, ausgesetzt.

Auf guten Produkten wird angegeben, für welche Druckbelastung sie ausgelegt sind und wie lange sie dieser standhalten. Früher zulässige Meterangaben (z. B. 30 m oder 100 Meter) in Verbindung mit dem Begriff „wasserdicht“ bedeuten nicht, dass so gekennzeichnete Uhren bis zu den, den jeweiligen Angaben entsprechenden, Tiefen getragen werden dürfen. Eine solche Angabe drückt ausschließlich den Prüfdruck in Metern Wassersäule aus, dem die Uhr, in dem durch DIN 8310 geregelten Prüfverfahren, standhalten muss. An der Stelle sei erwähnt, dass, gemäß einem Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main aus dem Jahr 2008, Prüfdruckangaben in Metern bewusst irreführende Werbeaussagen sind. Daher wird aktuell der Druck, dem eine Uhr in einem Prüfverfahren ausgesetzt wurde, in atm oder bar angegeben. Es sollte aber beachtet werden, dass der auf eine Armbanduhr wirkende Wasserdruck durch Bewegungen, wie sie beispielsweise beim Schwimmen oder Tauchen ausgeführt werden, ansteigt. Auch unter einem Wasserstrahl können Druckspitzen entstehen. Eine Uhr wird in so einem Fall deutlich stärker belastet, als es die Eintauchtiefe vermuten lässt. Eine Angabe wie etwa 3 bar auf einer Uhr bedeutet, dass diese lediglich eine begrenzte Zeit einem Druck von 3 bar standhält.

Übersicht über die gängigen Druckangaben und die entsprechenden Verwendungsmöglichkeiten in der Praxis (nach DIN 8310):

Anm.: 1 bar ≈ 1 atm ≈ der Druck einer angenommenen Wassersäule von 10 m Höhe

 3 bar Die Uhr ist wasserabweisend und hält Wasserspritzer aus. Sie darf weder beim Duschen,
noch beim Baden, Schwimmen oder Tauchen, verwendet werden.
 5 bar Die Uhr ist bereits zum Baden geeignet, jedoch nicht zum Duschen, Schwimmen oder Tauchen.
 10 bar Die Uhr ist einsetzbar beim Duschen, Schwimmen oder auch Schnorcheln.
 20 bar Die Uhr eignet sich zum gerätefreien Freitauchen.
Taucheruhren tragen Bezeichnungen von 20 oder mehr bar.

Die Angaben beziehen sich auf einen normalen Gebrauch unter Bedingungen, bei denen Wasserdruck und Temperatur nicht erheblich variieren.

Alpina Taucheruhr Seastrong Diver 300 (wasserdicht bis 30 ATM)

Uhren Köck Uhrenlexikon Bild Wasserdicht

© Walther Köck

Abschließende Bemerkungen:

Die Funktion von Dichtungen kann im Laufe der Zeit nachlassen. Dichtelemente können auch durch Stoß oder Fall beschädigt werden. Daher ist es sinnvoll, eine wasserdichte Uhr alle ein bis zwei Jahre einer entsprechenden Prüfung bzw. Wartung zu unterziehen. Wird eine Armbanduhr plötzlich großen Temperaturschwankungen ausgesetzt, beispielsweise bei einem Sprung ins kalte Wasser nach einem Sonnenbad, so kann sich im Gehäuse Kondenswasser bilden, das sich meist auf der Glasunterseite niederschlägt. Das muss nicht bedeuten, dass die Uhr undicht ist, jedoch sollte die Feuchtigkeit umgehend entfernt werden. Wurde eine wasserdichte Armbanduhr im Salzwasser getragen, so empfiehlt es sich, diese anschließend mit Süßwasser abzuspülen.