ZIFFERBLATT

Das Zifferblatt stellt das Gesicht einer Uhr dar und besteht bei Armband- oder Taschenuhren zumeist aus einer runden, ovalen oder eckigen Metallscheibe. Die sichtbare Vorderseite der Scheibe ist in vielen Fällen mit Email, Holz, Papier, Kunststoff, dünnen Steinscheiben bzw. anderen geeigneten Materialien beschichtet. Es gibt aber auch Zifferblätter aus massivem Edelmetall, die häufig auch mit Zierschliffen oder einer Guillochierung versehen sind.

Die Unterteilung und die Beschriftung des Zifferblatts, die das Ablesen der Zeit erleichtern, erfolgen in mannigfaltiger Weise. Ziffern, Teilungen und Skalen können aufgemalt oder geätzt werden. Indizes oder Ziffern können auf dem Zifferblatt appliziert (aufgesetzt) sein. Leuchtsubstanzen können aufgetragen werden um auch im Dunkeln eine gewisse Ablesbarkeit zu gewährleisten. Auch wird manchmal aus gestalterischen Gründen auf die Unterteilung des Zifferblatts komplett verzichtet und beispielsweise nur ein Punkt bei der 12 angebracht. Auf jeden Fall dient die Gestaltung eines Zifferblatts nicht nur der Anzeige der Zeit oder von Messwerten, sondern auch der Wiedererkennung des Uhrenmodells, worauf die Hersteller stets bedacht sind.

Zifferblätter von Armbanduhren werden an der Unterseite der Platine montiert. Dazu sind auf der Rückseite der Scheibe zwei oder mehr Zifferblatthalter, auch Füße oder Pfeiler genannt, im rechten Winkel angebracht. Diese stecken in entsprechenden Bohrungen des Uhrwerks und werden mit Schrauben oder Stiften fixiert. Manche Zifferblätter besitzen keine Pfeiler und werden an der Werkunterseite direkt angeschraubt, wobei die Schrauben versenkt sein müssen, damit über den Glasrand kein Druck auf das Werk ausgeübt wird. Früher wurden auch fußlose Emailblätter mit einem dünnen Messingring versehen und aufgesprengt.

Besonders wichtig ist der zentrische Sitz eines Zifferblatts. Bei dessen nicht mittiger Position, wird je nach Stellung des Zeigers zur Skala ein scheinbar abweichender Wert angezeigt. Ist zum Beispiel das Zifferblatt einer Uhr in Richtung 6 verschoben, so zeigt der Sekundenzeiger bei 60 den richtigen Wert, nach einer Drehung um 90 Grad aber nicht auf 15, sondern möglicherweise nur auf 14. Nach einer weiteren Zeigerdrehung um 90 Grad stimmt dann die Anzeige wieder bei 30, jedoch werden nach der folgenden Vierteldrehung nicht 45 sondern 46 Sekunden angezeigt. Diese Fehler werden auch als Exzentrizitätsfehler bezeichnet.

Siehe auch unter PLATINE bzw. GUILLOCHIERUNG