HARWOOD, JOHN

Der britische Uhrmacher John Harwood (1893 – 1965) meldete im Jahr 1923, unterstützt von Harry Cutts, eine automatische Armbanduhr in der Schweiz zum Patent an. Beim System-Harwood war die Schwungmasse in Form eines Ringsegments stabil im Zentrum des Uhrwerks, durch zwei Arme sowohl auf der Zifferblattseite wie auf der Brückenseite, gelagert. In die beiden Enden der Schwungmasse, die einen Winkelweg von rund 130 Grad beschreiben konnte, waren federnde Puffer eingearbeitet (Hammer-Automatik). Um das Uhrgehäuse möglichst dicht zu halten und um die Aufmerksamkeit auf den automatischen Aufzug zu lenken, verzichtete Harwood auf die Krone und verwendete eine in beiden Richtungen drehbare Lünette zur Zeigerstellung. War die Uhr einmal stehen geblieben, so musste sie heftig geschüttelt werden, um wieder zum Leben zu erwachen.

Eine schicksalhafte Begegnung brachte John Harwood mit dem FORTIS Gründer Walter Vogt zusammen. In ihm fand Harwood einen Visionär, der das Potential seiner Erfindung sah. Mit großem persönlichem Engagement kümmerte sich Walter Vogt um die Serienfertigung. Anlässlich der Basler Messe 1926 präsentierte er die ersten in Serie gefertigten automatischen Armbanduhren der Welt einem interessierten, internationalen Publikum. Die „HARWOOD Automatik“ steht somit am Beginn der Entwicklungsgeschichte der automatischen Armbanduhr. Mit der Serienfertigung der ersten automatischen Armbanduhr der Welt sicherte sich der Hersteller FORTIS einen Platz im Olymp der Schweizer Uhrenerzeuger.

Der komplizierte Zeigerstellmechanismus, die fehlende Aufzugskrone, die geringe Gangreserve und die Auswirkungen des Börsenkrachs in New York vom 14. Oktober 1929 waren jedoch allesamt Gründe, warum der Harwood-Uhr kein Erfolg beschieden war.

Siehe auch unter AUTOMATIKUHREN bzw. FORTIS UHREN GESCHICHTE